M1 Der erste Regen und Vermont 2025

Veröffentlicht am 22. August 2025 um 13:54

Kaum geht es mir wieder gut, müssen wir unseren Pfotenmarsch auch schon wieder fortsetzen.

Aber es werden an diesem Tag nur achtzehn Kilometer, also eine Strecke, die ich als durchtrainierter Hund gut bewältigen kann.

Die Sonne scheint, es ist nicht mehr heiß und im Schatten der Bäume gut auszuhalten.

Gegen Mittag erreichen wir den Mount Greylock, den höchsten Gipfel am Trail von Massachusetts.

 

1064 Meter hoch 

Mein Lieblingsmensch wird oben auch gleich von anderen Hikern angesprochen, ob ich der Hund sei, der gebissen wurde und ob es mir wieder gut ginge.

Ja auf dem Trail spricht sich viel herum.

Nach der Pause geht es dann den Berg wieder auf der anderen Seite hinunter und am Ende des Tages führt uns ein kleiner Seitenweg zum Wilbur Clearing Shelter, den wir für uns ganz alleine haben.

Der nächste Tag ist wieder sonnig und wir müssen diesmal zwanzig Kilometer zurücklegen, obwohl der Weg sehr felsig ist, mit vielen steilen Auf und Abs.

Das Wasser ist auch knapp und die meisten Bachläufe ausgetrocknet.

Ich glaube, mein Lieblingsmensch hätte unser Zelt gerne schon früher aufgebaut, aber es gibt kaum einen geeigneten Platz und auch keine Wasserquelle in der Nähe. Und ohne Wasser sind meine Trockenkekse nicht zu genießen. Da brauche ich schon reichlich Flüssigkeit dazu. 

Unterwegs kommen uns zwei Wanderer mit leichten Gepäck entgegen, die wohl nur für einen Tag am Laufen waren. Irgendwann kommen sie den gleichen Weg wieder zurück und am nächsten Parkplatz treffen wir sie wieder beim Pause machen und futtern.

Sie laden uns ein, uns dazu zu setzen und bieten uns ihre Snacks an. Ich bekomme ganz viel Käse und Salami. Wirklich sehr nette Zweibeiner.

Sie sind aus New York und wollen gleich wieder nach Hause fahren.

Mein Lieblingsmensch fragt, ob sie über das Städtchen Bennington fahren und uns mitnehmen könnten.

Die beiden bedauern, dass es nicht ihre Richtung sei und sie einen großen Umweg fahren würden.

Ob das wohl stimmt? Oder ist es der mehrtägige Hikerschmutz, den sie nicht im Auto haben wollten?

Wer weiß das schon so genau.

Uns bleibt nichts anderes übrig, als die letzten fünf Kilometer bis zum Beaver Pond weiterzulaufen.

Müde erreichen wir den kleinen See und finden sogar einen kleinen Platz zum Zelten. Es sind schon drei andere Zweibeiner dort, aber sie rücken zusammen und dann passen wir auch noch auf den Platz.

Ich schlafe nach dem Futtern auch gleich ein.

In die Stadt Bennington sind es dann auch nur noch vierzehn. Kilometer, die wir ( ich natürlich vorraus) ziemlich zügig laufen. Bis auf das letzte Stück, was so steil und felsig ist, dass ich immer wieder stehen bleiben und auf meinen Lieblingsmenschen warten muss.

Ja vier Pfoten sind schon besser als nur zwei, um nur mal wieder eines meiner Vorteile zu erwähnen.

Nach dem anstrengenden Abstieg, der an einem Parplatz endet, haben wir Glück.

Ein paar Zweibeiner bauen gerade ihren Trail Magic Stand ab, geben meinem Lieblingsmenschen Snacks und was zum Trinken und bieten an, uns mit in die Stadt zu nehmen.

Am Catamount Motel werden wir rausgelassen und nach langer Zeit gibt es mal wieder ein richtiges Zimmer, was auch noch angenehm kühl ist.

Während mein Lieblingsmensch Ersatzfell, Handtücher und meine Decke waschen lässt und sich auch selbst sauber macht, habe ich es mir bereits gemütlich gemacht und bin eingeschlafen.

 

Wir sind jetzt im Bundesstaat Vermont angekommen:

Bevor wir am nächsten Tag zurück zum Trail gehen, bekommen wir Besuch vom Zweibeiner Bear, den wir vor zwei Jahren kennengelernt hatten.

Gemeinsam geht es zum Frühstück und ich komme selbstverständlich mit ins Café.

Ich werde freundlich begrüßt und bekomme leckeren Schinken. 

Auch anschließend beim Einkaufen  im Walnart bin ich dabei.

Wenn jemand fragt: Ich bin ein Service dog

 

Irgendwann heißt es wieder Abschied nehmen und wieder geht es auf Wanderschaft. Diesmal aber nur kurz den Berg hinauf zum nächste Shelter, da es für eine längere Strecke zu spät geworden ist.

Dafür sind es dann am nächsten Tag einindzwanuig Kilometer. Es ist am Morgen so kalt , dass mein Lieblingsmensch mich um mein warmes Fell beneidet. Sie friert wirklich, denn die erste Zeit sind wir ziemlich flott unterwegs, bis meinem Lieblingsmenschen endlich warm wird.

( zur Info: Tags zuvor noch 30 Grad in Bennington und dann nur noch 9 Grad am Morgen)

Am Kid Gore Shelter finden wir zwischen den Felsen einen kleinen Platz für das Zelt. Etwas uneben und mein Lieblingsmensch rollt immer wieder von ihrer Schlafmatte, aber ich schlafe mal wieder gut  und habe wohl auch den besseren Platz.

Es nützt alles nichts, wir müssen an diesem Tag fünfundzwanzig Kilometer marschieren.

Und nicht nur das, auch noch am Schluss einen großen Berg, den Stratton Mountain mit seinem Feuerturm, bewältigen.

Den Feuerturm kann  mein Lieblingsmensch ohne mich besteigen. Da bleib ich doch lieber unten liegen, um Kraft für den letzten Abschnitt zum Stratton Pond Shelter zu tanken.

Es regnet!

Ich habe gehofft, dieses blöde Regenfell gäbe es gar nicht mehr und nun hat es mein Lieblingsmensch doch im Rucksack.

Im Regen und mit diesem gelben Umhang marschieren wir los. Es ist das erste Mal nach langer Zeit wieder nass unter meinen Pfoten.

Der Regen wird aber bald weniger und irgendwann ist alles wieder trocken, nur die Steine nicht, die meinem Lieblingsmenschen mal wieder zu Fall bringen. 

Ja auch zum Trösten bin ich da.

Am Nachmittag erreichen wir den Parkplatz, von dem aus es dann mit dem Auto in die kleine Stadt Manchester geht.

Wieder mal treffen wir auf hilfsbereite Zweibeiner, die gerade auf Urlaubsreise sind. Ihr Auto ist vollgepackt und kein noch so kleines Plätzchen frei für uns. 
Aber die beiden Zweibeiner laden ihr Gepäck aus, machen Platz und während die Zweibeinerin mit Gepäck auf dem Parkplatz zurück bleibt, bringt uns ihr Mann in die Stadt zum Zeltplatz.

So kommen wir doch recht schnell am Ziel an und können uns ausruhen und vor allem für Futternachschub sorgen. Ich habe nämlich nichts mehr.

Der Verein der Kriegsveteranen lässt Hiker auf ihrem Grundstück zelten.

Wir machen hier einen Tag Pause und faulenzen.

Happy Trails

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Kommentare

Bu und Heidi
Vor 5 Monate

Liebe Grüße aus der Heimat von allen Vierbeinern und Zweibeinern .Nun habt Ihr es bald geschafft
Heidrun und Burgel💖