P Neues vom Trail 2023

Veröffentlicht am 13. April 2023 um 23:42

So da bin ich wieder und in den letzten Tagen ist viel passiert. Auch wenn wir nur langsam vorankommen, haben wir doch das schon einige Kilometer geschafft. Wobei ich nicht diejenige bin, die für das mühselige Vorankommen verantwortlich ist. Es ist eher mein Lieblngsmensch, der sich mühselig bergauf und bergab quält. Ich gehe dahingegen sehr leichtpfotig die Pfade entlang. Zugegeben muss ich natürlich nicht soviel schleppen und habe vier Beine zum Laufen. 
Ja die Wege sind oft nicht einfach und oft sind sie nur zu erahnen und sind als Pfad gar nicht zu erkennen. Da kommt dann wieder meine super Schnüffelnase ins Spiel mit der ich mit Leichtigkeit weiß wohin wir laufen müssen. Mein Lieblingsmensch schaut mich immer nur staunend an und fragt:Tilli wie machst du das nur? Woher weißt du wo wir lang müssen?

Tja, das ist halt mein Geheimnis und mein siebter Sinn! Ich werde meinem etwas orientierungslosen Lieblingsmenschen nicht alleine lassen!

Am vierten Tag haben wir das Glück, dass wir gleich morgens zu einem Parkplatz kommen von dem aus wir zum nächsten Hostel gebracht werden können.

Eine kleine Auszeit von den ersten Tagen tut uns beiden wohl ganz gut. Meinem Lieblingsmenschen, weil die eh etwas krank und erschöpft ist und mir als Hund ebenso, schon allein wegen der ganzen Nasenarbeit.

Wir übernachten im Hidden Pond Hostel, betrieben von einem zweibeinigen Pärchen, was den Trail im letzten Jahr gegangen war. Sehr sympathisch, besonders deren Hund Sam, ein sehr netter Kumpel.

Dort bleiben wir zwei Nächte, allerdings auch im Zelt, weil es dort keine Zimmer für Hunde gibt. Für mich ist es ok und Duschen und Wäschewaschen ist trotzdem mit drin.

Dann reisen wir wieder ab, an einem Tag, an dem man normalerweise nicht mal einen Hund vor die Tür schickt. Es regnet und zwar nicht wenig. Aber klar wir haben ja Regenjacken, Regenhose, Regencape, alles wasserdicht oder?

Es ist nicht wasserdicht und ich weiß auch nicht mehr wie lange wir laufen, es geht über Stunden und kein Platz zum Unterstellen. Bilder gibt es kaum von diesem fürchterlichen Tag, da wir keine Unterwasserkamera dabei haben, aber der Tag bleibt mir auch ohne Fotos in Erinnerung. Meine Pfoten sind schon ganz aufgeweicht, als wir einen Parkplatz erreichen, auf dem wir unseren ersten Trail Magic haben. Da stehen zwei Pavillons und nette Zweibeiner winken uns herüber. Wir solten doch Platz nehmen, mein Lieblingsmensch bekommt einen warmen Schlafsack zum wärmen und einen heissen Kakao. Danach gibt es Suppe.

"Darf der Hund auch Suppe?" Natürlich darf ich Suppe nach solch einem Tag! Die ist übrigens sehr lecker.

Es werden noch weitere zweibeinige Hiker verkostet mit Kartoffelsalat, Brot und Kuchen, bevor wir uns leider wieder auf dem Weg machen müssen. Die letzten 3 Kilometer bis zum nächsten Shelter.

Mit letzter Kraft, auch ich, erreichen wir den Übernachtungsplatz. Ich bin am Staunen wie es mein Lieblingsmensch tatsächlich schafft, klitschnass, trocken ist nichts mehr, in strömenden Regen das Zelt aufzubauen. Kaum steht es, sind wir auch schon darin verschwunden.

Ich bin so nass und es gibt nur noch nasse Tücher und Jacken um mich einigermaßen trocken zukriegen. Was für ein Tag!

Wir brauchen beide lange, um etwas warm zu werden.

Irgendwann in der Nacht hört der Regen auf und wir können am nächsten Tag zumindest alles im Trockenen einpacken. Es ist kalt, Ich glaube mein Lieblingsmensch spürt kaum noch was, nur den Rucksack, der nun doppelt so schwer ist wie vorher. All die nassen Sachen!

Wir laufen an dem Tag auch nur 6 km zum nächsten Shelter und zum Glück scheint die Sonne, sodass auch ich trocken werde.

Übrigens kommen wir an diesem Tag an unserem zweiten Trail Magic vorbei. Wieder ehemalige Hiker die uns was zu Essen und Trinken servieren. Ich bekomme natürlich auch reichlich Fleisch und Knochen!

Der kleine, weiße Kumpel auf dem Foto ist den gesamten Trail gelaufen, also hätte ich dem ehrlich gesagt nicht zugemutet.

In den nächsten beiden Tagen haben wir super Sonnenwetter und mein Lieblingsmensch wird auch immer fitter beim Laufen. Das liegt vielleicht auch am Gewicht ihres Rucksackes, der immer leichter wird, da sich auch die darin befindlichen Nahrungsmittel immer weniger werden. Sie zählt schon ab, was sie essen kann, damit es reicht. So taucht doch tatsächlich auch schon der dritte Trail Magic auf, in einem umgebauten, ehemaligen Schulbus. Ich staune nicht schlecht, was mein Lieblingsmensch alles in sich hineinstopft, als ob es demnächst nichts mehr zu essen gäbe. Naja, irgendwie ist es ja auch so.

Heute erreichen wir das Hostel Around the Bend. Leider können wir hier nicht übernachten, aber mein Lieblingsmensch kann sich duschen, Wäsche waschen und Lebensmittel für die nächsten Tage einkaufen.

Wir erholen uns hier ein wenig, dann müssen wir wieder los zum nächsten Zeltplatz.

Hoffentlich schaffen wir das vor den Regenschauern, die angesagt sind! Bin froh, dass mein Fell wieder trocken ist.

Na denn Happy Trails!

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.