C1 Der kaputte Reißverschluss und Wassermassen von oben 2025

Veröffentlicht am 17. Mai 2025 um 04:48

Die Sicherheitsnadeln erfüllen ihre Aufgabe nicht so richtig. Das Zelt geht damit auch nicht richtig zu. Mein Lieblingsmensch kann also die Tür nur notdürftig schließen. Also wenn ich hinaus wollte, ja das wäre kein Problem für mich. Aber nach der vielen Lauferei bin auch ich müde und möchte nur noch schlafen.

 

Bei leichten Nieselregen und Nebel geht es dann den nächsten Tag weiter. Ein bisschen Regen macht mir ja nichts aus und so laufe ich fröhlich voraus  und gebe das Tempo an. Alleine würde ich bestimmt viel früher am nächsten Shelter ankommen, aber mein Lieblingsmensch kann ja nicht so schnell und vor allem wenn es bergauf geht, muss ständig eine Pause eingelegt werden.

Aber ich will ja nichts sagen, schließlich ist sie es ja, die immer für unser Nachtlager sorgt und während ich mich nur noch auf meine vorbereitete Schlafdecke lege, ist mein Lieblingsmensch immer noch am arbeiten.

Unter uns: Ich futter sogar meine Trockenkekse im Liegen und nur zum Trinken muss ich leider aufstehen.

In der Nacht gibt es schon wieder Regen, doch unser Zelt bleibt trotz der Sicherheitsnadeln - Reißverschluss- Ersatzmethode trocken.

Und dann überschreiten wir am nächsten Tag die Grenze von Georgia nach North Carolina!

Wir laufen weiter, diesmal nicht im Regen sondern bei Sonnenschein.

Leider gibt es nirgends Schatten, da die Bäume durch einen Waldbrand vernichtet wurden. Es kann auch noch nicht so lange her gewesen sein, es riecht nämlich noch sehr nach Feuer und da irrt sich meine feine Hundenase nicht.

Zum Glück ist mein Lieblingsmensch genauso erschöpft wie ich und wir laufen nicht mehr zum nächsten Shelter, sondern bauen unsere Schlafstätte schon am Nachmittag auf.

Hier wird wieder mit Schildern vor Bären gewarnt, aber ich kann ja nicht lesen und außerdem bin ich zu müde, um darüber nachzudenken.

Ich verschlafe also nicht nur eventuelle Schwarzbären, sondern auch den Gewittersturm, der nachts über unserem Zelt tobt.

Wie gut das alles trocken bleibt und ich sowieso den besten Platz im Zelt habe.

Auf zum Albert Montain Feuerturm

Na und nach so einem langen Tagesmarsch von 20 km mit Berg dazwischen habe ich mir auf jeden Fall einen ganzen Keks verdient.

 

Wir fahren nach Franklin. Klar zunächst laufen wir natürlich 11 km bis zum nächsten Parkplatz, von dem aus mein Lieblingsmensch tatsächlich einen Shuttle in die Stadt organisieren kann.

Wir lassen uns beim Outdoor Geschäft absetzen um.... na schon vergessen? Richtig der Reißverschluss! Er ist ja immer noch kaputt und vielleicht gibt es dort Zweibeiner, die helfen können.

Sie sind dort sehr nett, nicht nur zu mir, und wir dürfen den Rucksack sogar in deren Keller deponieren. Und nicht nur das! Mein Lieblungsmensch kann ihr Handy aufladen und wenn  nötig sogar ihre Wäsche waschen und trocknen.

Wir treffen dort auch noch zwei weitere zweibeinige Hiker, denen wir später noch öfters über den Weg laufen.

Und das Beste: Der Reißverschluss wird repariert!

Er geht wieder! Und während mein Lieblingsmensch nach der Zeltreparatur schnell noch Futter für unterwegs kauft, bleibe ich da und warte auf ihr Wiederkommen.

Mein Lieblingsmensch kommt mit den Einkäufen zurück. Das heißt dann ,auspacken, umpacken, umfüllen, kleinmachen, damit alles gut verstaut werden kann.

Meine Leckerlies bleiben natürlich heil, so eine Kekskrümelei gibt es bei mir nicht!

Shuttle organisieren, zurück zum Trail, weiter bis zum nächsten Zeltplatz, etwas futtern und ab ins Zelt zum Schlafen.

Es regnet wieder einmal in der Nacht und so ist natürlich am nächsten Morgen alles nass. 
Ein nasses Zelt im Regen einpacken ist ärgerlich, zumal es jetzt durch das Wasser viel schwerer geworden ist und eine zusätzliche Last im Rucksack bedeutet.

Wie gut das mein Rucksack für das Zelt zu klein ist.

Wir laufen also im Regen weiter und kommen recht durchnässt am Shelter 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich bin müde, ich bin nass und hungrig und möchte endlich ins Zelt auf meine Decke. Manchmal bin ich ja wirklich ungeduldig und kann es kaum abwarten, bis mein Lieblingsmensch alles aufgebaut hat. Endlich ist es soweit, ab ins Trockene, Zelt dicht, Reißverschluss zu.... nein!!!! Er geht wieder nicht!

Egal, Hauptsache es regnet nicht rein. 

Es schüttet die ganze Nacht durch und auch am nächsten Morgen hört es nicht auf.

Wie gut dass wir am Shelter übernachtet haben und mein Lieblingsmensch dort alle Sachen in Sicherheit und Trockenen bringt. 
Mich natürlich zuerst!

Die sind tatsächlich noch am selben Morgen weitergelaufen!

Wir bleiben mit einem weiteren Zweibeiner im Shelter, um den Regen abzuwarten.

Er hört aber nicht auf. Es schüttet den ganzen Tag.

Was macht man in dieser Zeit? Dösen, Schlummern, Schlafen, dem Wasseerauschen zu hören, Leckerlies futtern und froh sein, dass man nicht nass wird.

Abends kommen zwei weitere nasse Wanderer hinzu und gemeinsam verbringen wir die Regennacht im Shelter.

Morgens hört der Regen endlich auf!

Ohne Regen ging's dann auch endlich weiter. Zumindest hat es am Anfang nicht geregnet. Zwischendurch aber schon und trotzdem haben wir an diesem Tag 25 km geschafft. 
Da bin ich wirklich stolz auf mich!

Ihr wisst ja bereits, ich vorne weg und mein Lieblingsmensch hinter her. Naja sie hat ja auch nur zwei Beine.

 

Auf zum Creekside Paradise...

Ja jetzt ist es nicht mehr weit zum nächsten Hostel gewesen.

Der Apalachian Trail führt ja immer wieder über Straßen hinweg, manchmal durch kleine Städte oder auch an irgendwelchen Outdoor Centern vorbei wie hier das Natahala Outdoor Center, wo viele Wassersportmöglichkeiten angeboten werden.

Hier gibt s dann Frühstück für meinen Lieblingsmenschen bestehend aus Kaffee und frischen Zimtdonut.

Es gibt sogar ein Reparierset für Reißverschlüsse!

Und dann werrden wir abgeholt und können uns im Creekside Paradise ausruhen.

Viele Hundekumpels, viele Leckerlies und viel Zeit zum Nichtstun.

 

Also ich habe mich gut erholt, ob mein Lieblingsmensch das auch hat weiß ich nicht so genau. 

Ich weiß nur, dass der Reißverschluss jetzt ganz kaputt ist ( hat wohl mit dem Reparturset nicht so geklappt) und dass das Telefon auch nicht mehr funktionierte. Irgendwas mit der Karte da drin.

 

Ich brauche sowas zum Glück nicht!

Heute sind wir aber in der Standing Bear Farm angekommen, haben die Smokie Mountains ausgelassen, weil Hunde dort nicht erlaubt sind und ich liege ganz zufrieden im Zelt.

Reißverschlüsse, Regenmassen, Telefonkarten, was soll's?

Mein Lieblingsmensch hat ja mich!

Happy Trails

 

 

 

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